Schlummernde Ressourcen

Wie heißt es doch in vielen Unternehmen auf die Frage nach Veränderungspotentialen:
„Nein danke, wir sind bestens aufgestellt…“
Über viele Jahre gelebter Unternehmensalltag hinterlässt logischerweise seine Spuren – jede/r MitarbeiterIn hat seine/ihre Rolle als Zahnrad im Getriebe und fühlt sich in dieser Rolle wohl – oberflächlich zumindest.
In vielen Fällen unterbindet gerade diese Rollen-Struktur die Möglichkeit und die Fähigkeit zur Kreativität. Konkurrenzdenken und Angst vor Besitzstandsverlust sind die ersten Blockierer für Kreativität und Innovation.
Und gerade durch Mitarbeiter, die schon länger im Betrieb wirken, eröffnen sich Chancen für das Unternehmen, Ressourcen-Potentiale frei zu setzen, den organisatorischen workflow zu optimieren und im Endeffekt eine höhere Effizienz zu erwirtschaften. Ideen
Angst vor Veränderung, gekoppelt mit mangelnder Identifikation mit Arbeitsplatz/ Dienststelle führen zur sog. Kaninchen-Schlangen-Situation. Man wartet lieber ab, bevor man etwas sagt – und wenn es dann zu spät ist, sind sowieso immer die anderen schuld…

Aber wie diese Ressourcen wecken? – Um sie zu nutzen, muss man sie erst einmal entdecken (wollen).


Sich auf das Wesentliche im Unternehmen zu konzentrieren ist einerseits vorteilhaft – andererseits forciert diese Fokussierung auch eine gewisse Betriebsblindheit für alles, was sich nicht zählen, messen oder wiegen lässt.

Eine Möglichkeit ist die Ausser-Kraft-Setzung von Innovations- bzw. Motivationskillern, die alltäglichen kleinen „Unpässlichkeiten“ wie z.B.:
• mangelhafte Situation der Sozialräume (müffelnde Sanitäranlagen, überquellende Mülleimer, verschmutzte Stühle und Tische…..)
• mit der Zeit überflüssig gewordene Verwaltungsgepflogenheiten („Antragsformulare!“ für einfache EDV-Anfragen)
• Kompetenzrangeleien innerhalb der Organisation und der einzelnen Abteilungen anstatt bei Kleinigkeiten direkt zu handeln…
• fehlende Beachtung des Mitarbeiters/Kollegen als Person sowie seiner Leistung
• u.s.w. …….

Ein weiterer Faktor ist die wahrgenommene, vorgelebte Disziplin (-losigkeit) der direkten Vorgesetzten oder auch der Umgang des Führungspersonals untereinander.
Ausgelebte Respektlosigkeit bis hin zum unterschwelligen Mobbing ist kein Motivator für die Belegschaft, Kreativität zu entwickeln. Diese wird nur dann präsent, wenn sich der Mitarbeiter mit „seinem“ Unternehmen identifiziert und der Ideengeber selbst auch einen Nutzen wahrnimmt.
- praktisch gelebte corporate identity
Erste Signale für mangelnde Firmen-Identifikation sind:

• Das klingelne Telefon am Nachbartisch zu „ignorieren“ unter dem Motto: “Der ist nicht da…!“ (Vorsicht – Kunde droht mit Auftrag!)
• eine merkliche Mitarbeiter-Einstellung frei nach Wilhelm Busch:…doch der brave Bauersmann dachte “Wat geiht meck dat an!“)
• bereits ab Montag-Mittag ist nur noch das kommende Wochenende Gesprächsthema, die bevorstehende Arbeitswoche wird quasi als notwendige Unterbrechung der Freizeit angesehen
• zunehmender Krankenstand (gerade Montags oder Freitags) sowie Fehlzeitenentwicklung (incl. Pausendisziplin, z.B. jede Stunde 6 -10 Min. Zigarettenpause)

Gefragt ist hier die Geschäftsführung, die Innovationsblockaden zu entdecken und zu neutralisieren bzw. in Motivationsfaktoren umzuwandeln und somit das Betriebsergebnis nach oben hin zu korrigieren. Gegebenenfalls ist es vorteilhaft, externe Berater einzusetzen, die mit einer objektiven Sichtweise Potentiale sehen und benennen. Diese dann umzusetzen, kann eine Herausforderung sein.
Ideen
Fazit: Ein Mitarbeiter geht gerne zur Arbeit, wenn er Ziele erreichen kann, reflektiert wird, die Arbeit Spaß macht…
Dann ist er auch bereit, neue Ideen einzubringen.

….Wie, das haben Sie alles schon gewusst…?
©Wolfgang Bogumil, www.bog-solutions.de